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KIRCHENVORPLATZ MARIÄ HIMMELFAHRT, VILSBIBURG

Die spätgotische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt steht auf einem mauerumkränzten ehemaligen Friedhofsplateau, dessen westlicher Bereich um den Kirchturm jedoch von einem zum heutigen Friedhof führenden, tiefer liegenden Weg abgetrennt war. Ein Umgang um die Kirche war so nicht möglich.
So ergaben sich unterschiedliche topographische und städtebauliche Situationen in unmittelbarer Umgebung der Kirche, die der Bedeutung der Kirche und den funktionalen Notwendigkeiten der Nutzer nicht Rechnung trugen.

Ziel war es daher, der Kirche einen einheitlichen, niveaugleichen Platzboden zu geben, der die Wertigkeit des Ortes als geistliches Zentrum der Stadt auch in seiner Ausformung und Materialität zeigt.

Das Konzept beinhaltet, dem neuen Platz in Richtung Mittelschule, also westlich des Kirchturms, einen stadträumlichen Abschluss in Form einer überdachten Arkade zu geben, welche als Pendant zur östlich des Chorbereichs befindlichen Friedhofsmauer deren Grundrissform aufnimmt, jedoch geometrisch in eine Ellipsenform übersetzt.
Diese Arkade, bestehend aus einer massiven Rückwand mit zwei Durchgängen und zum Platz hin geneigtem Pultdach, das platzseitig auf einer Reihe freier Stützen ruht, nimmt mit seiner Traufhöhe die Traufhöhe der bestehenden Gruftkapelle des westlichen Friedhofskapellenkranzes auf.

In ihrer Materialität – geschlemmtes Mauerwerk, gestockter Beton, Stahlstützen, Holzsparren mit Schalung, Stehfalzdeckung aus Titanzinkblech – nimmt sie auf die Friedhofsmauer Bezug und erweist in ihrer Einfachheit der Konstruktion, ihrer Materialität und Haltung der Kirche ihre Referenz.

Der Platzboden, ein Granitplattenbelag in zwei Tonigkeiten, ist gegliedert durch eine rasterförmige Bänderung, die sowohl auf die Außenkanten der Kirche als auch auf die Stützen der Arkade Bezug nimmt und die Fluchten beider Baukörper miteinander verwebt. Die Füllflächen sind mit Granitplatten in Bahnen unterschiedlicher Breite verlegt.

Entwässert wird die Fläche über ein einheitliches, 2%tiges Gefälle. Schlitzrinnen in ausreichender Dimensionierung nehmen das Regenwasser auf.

Zu den Ausstattungsgegenständen zählen Bänke unter der Arkade, Bodenhülsen für Fahnen und den Christbaum, eine ausreichende Anzahl von Elektroanschlüssen für die mögliche Bespielung des Platzes (Gottesdienste, Konzerte, Weihnachtsmarkt) sowie Leuchten zur Illuminierung der Kirche und der Platzfläche.

Dieser neue Platz dient auch der neuen Kinderkrippe im denkmalgeschützten Benefiziumshaus als ebenerdige Zuwegung und Vorplatz.



Bauherr: Stadt Vilsbiburg
Kirchenvorplatz: LPH 1-4
Arkade: LPH 1-5
Fertigstellung: 2013
Fotograph: Peter Litvai, Landshut
Karl Sperk, Landshut
Architektur: Architektenpartnerschaft Nadler Sperk Reif