Zurück

ZENTRALE GESCHÄFTSSTELLE DER LEBENSHILFE LANDSHUT e. V. MIT LADEN UND CAFÉ

Baugeschichte
Das Gebäude in der Spiegelgasse 207 in Landshut stammt im Kern aus dem 14. Jahrhundert.
1598 wurde es vom Chorstift St. Kastulus umgebaut und ein neuer Dachstuhl aufgesetzt.
Bis zur Säkularisation 1804 diente es als Kapitelhaus kirchlichen Zwecken.
1806 Umbau zur staatlichen Fronfeste. Spätere Nutzung als Pfandleihhaus.
1908 Kauf durch die Stadt Landshut.
1920 – 2005 Nutzung als Sozialamt.
2012 Erwerb durch die Lebenshilfe Landshut e.V., mit Betrieb eines Cafés mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung.

Denkmalpflege heißt manchmal auch: „Aufräumen“, Überflüssiges beseitigen, den Wesenskern wieder sichtbar machen. In diesem Sinne wurden Zu- und Umbauten rückgebaut und die verschiedenen Zeitstellungen freigelegt. Historische Bauteile wurden fachgerecht restauriert, neue Eingriffe behutsam eingefügt. Die feuchten Mauern im EG wurden trockengelegt und abgedichtet. Im Café am Dom kann man die ältesten Bauteile dieses Hauses bewundern – gotische Deckenbalken aus dem 14. Jahrhundert. Eine neue Zufahrt zum Innenhof wurde geschaffen, zur Erschließung der Parkplätze. Dadurch wurde es möglich, in der ehemaligen Durchfahrt ein großzügiges Eingangsfoyer zu schaffen, mit Sonnenterrasse für die Mitarbeiter. Das luftige 3-geschossige Treppenhaus ist nicht nur Verkehrsfläche, sondern stellt auch einen vertikalen Kommunikationsraum dar, der alle Geschoße verbindet. Ein neues Fluchttreppenhaus am anderen Ende ermöglicht auch eine externe Erschließung für Abendveranstaltungen im Saal. Der Saal im Dachgeschoß ist ein Schmuckstück barocker Zimmermannskunst. Es gibt keinen rechten Winkel, kein Lot und keine Wasserwaage – aber das macht vielleicht gerade den Charme eines alten Gebäudes aus. Durch behutsames Einfügen von Lamellenfenstern kommt genügend Tageslicht herein und ermöglicht gleichzeitig eine effiziente Querlüftung, die eine Klimatisierung überflüssig macht.
Geheizt wird umweltfreundlich mit einer Grundwasserwärmepumpe, verbunden mit Fußbodenheizung im ganzen Haus.
Es wurde großer Wert darauf gelegt, möglichst natürliche Baustoffe zu verwenden: geöltes Eichenholz, Naturstein, Ziegel, Kalkputz, denkmalgerechte Holzfenster. Im Zuge der Umbauarbeiten konnte der Vorplatz neu gestaltet werden, mit Freischankflächen für den Cafébetrieb.


Bauherr: Lebenshilfe Landshut e. V.
Statik: BBI Bauer Beratende Ingenieure, Landshut
Fertigstellung: 2014
Fotograph: Peter Litvai, Landshut
Architektur: Architektenpartnerschaft Nadler Sperk Reif